Welche Regeln gelten für eine harmonische Bepflanzung?

Wer so über den Friedhof geht, bemerkt vielleicht, dass manche Grabstellen angenehme Proportionen haben und irgendwie „schön“ aussehen, während andere recht chaotisch wirken. Auch z.B. in großen Schloss- oder Landschaftsgärten gibt es immer Partien, die einfach nur schön sind und andere eben nicht. Warum man dieses Gefühl hat, lässt sich irgendwie schwer erklären. Ich will hier jetzt niemand wegen der Grabgestaltung kritisieren – jeder soll das Grab so anlegen wie es ihm oder ihr gefällt, schließlich ist eine Grabanlage eine sehr individuelle Angelegenheit.

Die Friedhofsgärtner haben mal festgelegt, dass ein Anteil von 60% Bodendecker, 25% Rahmengehölzen und 15% wechselnden jahreszeitlichen bunten Blumen ein vernünftiges Verhältnis bilden, bei dem einerseits immer wieder unterschiedliche Blumen blühen und andererseits die bodendeckende Bepflanzung nicht zu eintönig wird. Vielen Besuchern von Gartenausstellungen gefallen Gräber, die nach diesem Verhältnis angelegt werden.

Ein anderes Maß, das eine Gestaltung einfach nur „schön“ erscheinen lässt, ist der schon seit Euklid (325 bis 270 vor Chr.) bekannte „Goldene Schnitt“. Dabei stehen die Pflanzen einfach gesagt, so auf dem Grab verteilt, dass die Entfernungen untereinander im gleichen Verhältnis stehen wie die größere Strecke zur Gesamtstrecke. (Is ‘n bisschen kompliziert erklärt, aber wenn man sich dafür interessiert, kann man ja ooch im Internetz nachsehn.)

Erfahrene Friedhofsgärtner haben die beiden genannten Grundregeln quasi verinnerlicht. Bei mir war das immer so, dass ich die Grabstellen meist „aus dem Bauch heraus“ angelegt habe und hinterher, wenn es denn besonders gut aussah, habe ich festgestellt, dass ich mich an die beiden Grundregeln gehalten habe.

Goldener Schnitt am Grab

© Bund deutscher Friedhofsgärtner

Zurück
Zurück

Bienenfreundlich auf dem Friedhof – geht sowas?

Weiter
Weiter

„Der Frühling kommt mit Riesenschritten – oder jetzt geht’s loohoos!“